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Social Business

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Von der Vision zur Tat

Muhammad Yunus
Hanser Verlag
1. Auflage 2010, Sprache Deutsch
Gebunden 274 Seiten
ISBN 978-3446423510

Beschreibung des Verlages

Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus entwirft in seinem neuen Buch mit der Idee des "Social Business" ein faszinierendes Unternehmensmodell, das - konsequent umgesetzt - die Wirtschaftswelt verändern und soziale Missstände nachhaltig beheben wird.

Social Business ist für Muhammad Yunus die logische Weiterentwicklung der von ihm inspirierten Mikrokredite für die Ärmsten dieser Welt. Social Businesses sollen helfen, Armut und mangelnde Bildung zu beseitigen, Krankheiten wirksam zu bekämpfen, die Infrastruktur zu verbessern.

Der springende Punkt dabei: Social Businesses betätigen sich zwar frei am Markt, schütten aber an Investoren keine Dividenden aus. Gewinne werden zu 100% in die Unternehmen reinvestiert - so können sie ihren sozialen Zweck noch besser erfüllen.

Muhammad Yunus bleibt nicht im Theoretischen stecken: Er zeigt, wie sich namhafte Unternehmen auf seine Initiative hin bereits konkret zum Social-Business-Gedanken bekennen, und liefert Antworten auf die folgenden Fragen: Welche Social Businesses gibt es bereits? Wie arbeiten sie? Wo sind sie erfolgreich, mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen - und wie lassen sie sich lösen? Wie kann jeder selbst ein Social Business gründen und so aktiv etwas tun für eine bessere Welt?

(Quelle: gekürzter Text des Verlages)

Spendwerk Rezension

Das Muhammad Yunus den Friedensnobelpreis bekommen hat ist hinlänglich bekannt. Das er mit seinem System der Microkredite viele Glaubensätze von herkömmlichen Bankern auf den Kopf stellte auch. Mit dem Konzept des „Social Business“ stellt er seine Ansätze strukturell auf eine breitere Basis.

Social Business – Abkehr vom klassischen Fundraising?
Die Arbeit von Muhammad Yunus ist allgemein bekannt. Was vielen Fundraisern noch nicht bewusst sein dürfte, dass er zur Finanzierung von Überwindung von Armut einen neuen Weg einschlägt, weil er dem wohltätigen Fundraising nicht traut. Dazu ein Zitat aus seinem neuen Buch (S. 31): „Nichtregierungsorganisationen tun in dieser Welt sehr viel Gutes. Das Wohltätigkeitsmodell hat jedoch einige strukturelle Schwächen (...). Wenn eine Organisation langfristig bestehen soll, kann man sich nicht auf wohltätige Spenden verlassen.“

Sociale Business, ein neuer Typ von Unternehmen
Seine Antwort ist ein neuer Typ von Unternehmen, er nennt sie „Social Business“ und grenzt dieses Vorgehen von Sozialen Unternehmen, Social Entrepreneurship, Corporate Social Responsibility und Social Marketing ab. In diesen Formen sieht er kein wirkliches Fortkommen, um die Armut auf der Welt zu beseitigen.

Ein Social Business ist eine Firma, die als einziges Ziel hat, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das die soziale Lage der Armen verändert oder für andere soziale Verbesserungen auf dieser Welt sorgt.

Dafür bringen Gesellschafter Kapital ein. Aus diesem eingebrachten Kapital dürfen die Gesellschafter keine Rendite erzielen. Keine Rendite heißt bei Muhammad Yunus 0 Prozent. Ein Gesellschafter darf bei Erfolg zwar seine Einlage wieder entnehmen, aber keinen Euro darüber hinaus. Durch dieses Verbot der Gewinnmaximierung geht es in einem Social Business alleine um die Optimierung der Wirkung. Michael Otto bezeichnet dies in seinem Vorwort als „Sozialrendite“.

Die Praxis des Social Business
Das diese Gedanken nicht nur Theorien sind, zeigen erste Gründungen, die Muhammad Yunus im Umfeld der Grameen Bank als Joint Ventures aufbaut. Mit dem Lebensmittelhersteller Danone (Danone Grameen = Produktion nahrhafter Joghurts für Kinder). Mit dem Versandhändler Otto (Otto Grameen Textiles Company = Produktion günstiger Textilien). Oder BASF Grameen und einer Reihe anderen, die vorgestellt werden.

Im Buch beschreibt Muhammad Yunus seinen Ansatz detailliert und stellt rechtliche und finanzielle Rahmenbdingungen vor. Im letzten Drittel wagt er einen Ausblick, wie sich die Welt verändern würde, wenn sich der Ansatz des Social Business im großen Stil ausbreiten würden. Sein Traum ist eine Welt ohne Armut ab dem Jahre 2030. Ein Traum, von dem er ausgeht dass er erreichbar ist, weil sich die Rahmenbedingungen unserer globalen Wirtschaft so geändert haben, dass es möglich ist, anders zu handeln.

Doch ein Buch über Fundraising
Ein lesenswertes Buch für alle, die über alternative Formen des Fundraisings nachdenken. Im Kern seines Buches geht es sehr wohl um die Finanzierung von neuen Projekten und damit über Fundraising. Allerdings sind die Gedanken radikal wirtschaftlich. Klar ist: Ab jetzt ist das Wort „Social Business“ von Muhammad Yunus belegt. Wer es in einer Diskussion im Munde führt, sollte dieses Buch vorher gelesen haben.

(Ehrenfried Conta Gromberg)

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